Migräne und Pille
Fördert die Pille Migräne?
Migräne und Pille, ein vieldiskuiertes Thema. Es ist keine Frage – Zusammenhänge zwischen der Einnahme der Pille und Migräne gibt es wirklich.
Frauen, die vorher in ihrem Leben nie Migräneanfälle hatten, können durch Einnahme der Pille zur Verhütung regelmäßig Migräne bekommen. Und wenn schon früher mehr oder weniger häufig Anfälle vorgekommen sind, können diese sowohl bezüglich der Schwere als auch der Häufigkeit schlimmer werden.
Es gibt aber auch andere Fälle, in denen es fast so aussieht, als ob die Pille Migräneanfälle verhindere. Zum Beispiel dann, wenn regelmäßig die Anfälle nur während der Pillenpause auftreten. Diese Wechselwirkungen von Migräne und der Pille sind zwar noch nicht vollständig erforscht, aber es liegt doch nahe, dass ein Zusammenhang mit den regelmäßigen hormonellen Veränderungen durch Einnahme der Pille besteht.
Pille, Hormone und die Auslöser von Migräne
Es ist schon seit längerem bekannt und durch viele Studien belegt, dass Frauen rund dreimal häufiger als Männer an Migräne leiden. Zu den Gründen gehören die regelmäßigen Schwankungen des Hormonhaushaltes bei Frauen. Dies erkennt man bei der menstruellen Migräne besonders
deutlich. Dabei hängen die Auswirkungen nicht mit dem absoluten Hormonspiegel, sondern mit der Veränderung des Hormonpegels, speziell des Östrogens zusammen.
Dabei treten die Anfälle öfter auf, und zwar innerhalb eines Zeitfensters, das zwei Tage vor der eigentlichen Menstruation beginnt und fünf Tage einschließt. Zu dieser Zeit sind die Attacken nicht nur häufiger, sondern auch ganz besonders heftig. Auch Erbrechen kommt häufiger als sonst vor.
Östrogenspiegel, Pille und Migräne
Aus bisherigen Studien geht hervor, dass Migräneanfälle um die Menstruation herum mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Abfall des
Östrogenspiegels vor der Menstruation ausgelöst werden. Dadurch tritt bei Frauen, die die Pille zur Verhütung nehmen, der Anfall im hormonfreien Zeitfenster auf.
Dazu passt auch, dass bei mehr als der Hälfte der schwangeren Migräne-Patientinnen ab dem vierten Monat Besserung eintritt – sogar bis hin zum völligen Verschwinden der Anfälle. Und nach der Geburt treten dann häufig wieder Attacken auf, denn dann fällt der Östrogenspiegel wieder ab.
Stillen hält den Östrogenpegel allerdings hoch und zögert dadurch das Aufkommen neuer Migräneanfälle hinaus. Und wenn die Menopause abgeschlossen ist, kann es gut sein, dass die Migräne sich dauerhaft bessert oder sogar ganz verschwindet. Als Ursache dafür wird der stabile Östrogenspiegel auf niedrigem Niveau angesehen.
Abhilfe bei Migräne und Pille
Manchmal kann der Wechsel der Pille die Migräne-Situation verbessern, insbesondere kombinierte Kontrazeptiva könnten innerhalb von drei bis sechs Monaten Verbesserungen bringen. Bei Frauen, deren Migräne-Anfälle
mit einer Aura ablaufen, wird das eher nicht helfen. Beraten Sie sich diesbezüglich am besten mit Ihrem Arzt.
Der Ersatz von Östrogen durch Substitute oder der Einsatz von Östrogen-Pflastern haben sich in den meisten Fällen nicht bewährt. Bei den Substituten, Östrogenpflastern und Gels liegt es wohl letztendlich daran, dass das Wissen darum, wie die Hormonschwankungen die Migräne beeinflussen, noch nicht ausreichend für die Entwicklung wirksamer Behandlungsmethoden ist.
Ein Weg bleibt natürlich immer: Die Verhütung mit anderen Mitteln. Die Temperatur-Methode ist wohl nicht sicher genug und Präservative haben auch Ihre Nachteile. Eine Spirale kommt der Empfängnisverhütung mit der Pille recht nahe, ist weitaus sicherer als die Temperaturmethode und vermeidet die Nachteile des Präservativs. Lassen Sie sich auch hier von Ihrem Arzt beraten, damit Migräne und Pille kein Thema für Sie ist.
