Migräne und Schwangerschaft
Weniger Migräne in der Schwangerschaft
Zum Thema Migräne und Schwangerschaft werden sehr viele
unterschiedliche Meinungen geäußert, auch von weiblichen Migräne-Betroffenen, die schon eine Schwangerschaft hinter sich haben. Weit verbreitet ist die Ansicht, in der Schwangerschaft gäbe es keine Migräne.
Das kann aber sicher nicht so stehen bleiben. Mehrere durchgeführte Studien zeigen, dass die Migräneattacken bei der überwiegenden Mehrheit der schwangeren Frauen seltener und schwächer werden oder sogar ganz ausbleiben. Damit ist die Schwangerschaft schon fast als Prophylaktikum gegen Migräne zu bezeichnen. Nur 20 bis 30 Prozent der schwangeren Frauen können das zu ihrem Leidwesen nicht bestätigen.
Hormone, Migräne, Schwangerschaft
Die Gründe für die deutliche Verbesserung bei schwangeren Migräne-Patienten sind noch nicht bis ins Letzte geklärt. Es gibt verschiedene Theorien, nach denen erhöhte Konzentrationen von Schwangerschafts-
Hormonen wie Östrogen und Progesteron dafür verantwortlich sind, während andere Ansätze Glücklichmacher wie Serotonin und Endorphine als Grund für die Verbesserung des Verlaufs ansehen.
Sicher hat auch die bewusstere Lebensweise der meisten Schwangeren durchaus etwas damit zu tun. Schwangere Frauen achten ja mehr auf ausgewogene und natürliche Ernährung, sie meiden Alkohol und Nikotin und schlafen auch regelmäßig.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Migräne in der Schwangerschaft
„Vorbeugen ist besser als heilen“ ist eine alte Weisheit, die gerade in Bezug auf Migräne in der Schwangerschaft beherzigt werden sollte. Dazu sollte man zunächst einmal all das vermeiden, was bei einem selbst erfahrungsgemäß Migräneattacken auslöst, zum Beispiel bestimmte Lebens- oder Genussmittel und Verhaltensweisen.
Aktive Vorbeugung leisten aber auch verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder andere übende Verfahren zur Reduzierung von Anspannung, sei sie körperlicher oder geistiger Art. Schon wenn die Schwangerschaft geplant wird, ist das Erlernen einer Entspannungstechnik der Migränikerin wirklich sehr zu empfehlen, um Anfälle ohne medikamentöse Unterstützung verhindern oder zumindest lindern zu können.
Auch das Mineral Magnesium kann bei Migränepatienten hilfreich sein. Mehrere Studien belegen, dass Zusammenhänge zwischen Magnesium und Migräne bestehen. Die empfohlene Tagesdosis von 350 mg können Sie über Vollkorn- und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Kartoffeln und Gemüse, aber auch Obst wie zum Beispiel Erdbeeren aufnehmen. Auch Mineralwasser kann über 100 mg Magnesium pro Liter liefern.
Behandlung der Migräne in der Schwangerschaft
Die Behandlung der Migräne in der Schwangerschaft ist besonders schwierig, denn wenn man mit Medikamenten arbeitet, darf der heranwachsende Fötus dadurch auf keinen Fall gefährdet werden.
Was ist nun aber zu tun, wenn alles Vorbeugen nicht geholfen hat und die ersten Anzeichen des beginnenden Migräneanfalls sich zeigen? Empfehlenswert ist es dann, sein Zimmer abzudunkeln und zu schlafen oder die betroffenen Stellen mit Kompressen zu kühlen. Leichte Massagen der betroffenen Bereiche können entspannend wirken. Auch andere Entspannungstechniken können akut helfen, ebenso Lymphdrainagen oder die Akupunktur.
Besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sollten Medikamente gegen Migräne vermieden werden, damit die Entwicklung des Kindes nicht gestört wird. Ab dem vierten Monat kann Paracetamol bei Migräneanfällen eingesetzt werden, ebenso auch Acetylsalicylsäure wie beispielsweise Aspirin.
Ab dem siebten Monat ist Acetylsalicylsäure wegen ihrer blutverdünnenden Eigenschaft besser nicht mehr zu benutzen. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie in der Schwangerschaft auf keinen Fall Medikamente einnehmen, auch wenn für Sie Migräne und Schwangerschaft ein Thema ist.
