Einseitige Kopfschmerzen
Verschiedene Formen des einseitigen Kopfschmerzes
Einseitige Kopfschmerzen - kaum spricht jemand davon, steht auch schnell das Wort „Migräne“ im Raum. Dabei ist schon recht lange bekannt, dass die Schmerzanfälle bei einem Drittel der Migräniker nicht nur auf einer Seite, sondern auch beidseitig auftreten. Migräne ist also eine, aber nicht die einzige
mögliche Ursache für einseitige Kopfschmerzen.
Es gibt mehrere Ursachen für das Auftreten von einseitigen Kopfschmerzen. Die Bandbreite des einseitigen Kopfschmerzes reicht von Verspannungen durch eine einfache Schiefstellung des Kopfes bis hin zu Clusterkopfschmerz, Trigeminusneuralgie, Hemicranie oder Migräne.
Stechende oder drückende Kopfschmerzen, die durch eine spezielle Haltung des Kopfes oder eine Halsbewegung auslösen kann, bessern sich nach einiger Zeit, wenn man die Kopfhaltung verändert.
Die Trigeminusneuralgie zeigt sich mit sehr eindeutigen Symptomen.
Die heftigen einseitigen Schmerzattacken treten dabei nur für wenige Sekunden, maximal für eine Dauer von zwei Minuten auf. Ausgelöst werden diese Schmerz-Attacken meistens durch Essen, Getränke oder auch Berührungen. Von den Kopfschmerzen bei Trigeminus-Neuralgie ist nur eine Kopfhälfte betroffen, weil nur ein Ast des Trigeminus-Nervs gereizt wird.
Einseitige Kopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen
Clusterkopfschmerzen treten immer einseitig in der Augenregion oder an der Stirn und der Schläfe auf. Der Clusterkopfschmerz wechselt so gut wie nie die Seite. Die Dauer einer solchen Schmerzattacke liegt in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten, wobei die stechenden und bohrenden Schmerzen fast
unerträglich stark sind. Dabei können die Augen tränen und die Nase laufen oder das Gesicht kann sich röten. Auf der betroffenen Seite kann auch das obere Lid herunterhängen.
Die paroxysmale Hemicranie tritt extrem selten auf. Dabei hat man häufige, extrem kurze Kopfschmerzattacken auf einer Seite des Kopfes. Mehr als fünf Attacken pro Tag sind die Regel. Die Begleiterscheinungen können ähnlich wie beim Clusterkopfschmerz ein hängendes Augenlid, Augenrötung, Nasen- oder Tränenfluss sein.
Einseitige Kopfschmerzen und ihre Behandlung
Kopfschmerz, der durch eine Schiefstellung des Kopfes ausgelöst wird, lässt sich mit vom Arzt verschriebenen Schmerzmitteln gut behandeln. Man sollte allerdings auch auf Dauer die Haltungen vermeiden, von denen der Schmerz
ausgelöst wird. Das gezielte Trainieren der Hals- und Nackenmuskeln ist sehr zu empfehlen.
Heilen kann man den Clusterkopfschmerz nicht, aber eine wirksame Behandlung ist bei vielen Betroffenen möglich. Dazu ist unbedingt die Unterstützung eines erfahrenen Arztes nötig und es dauert einige Zeit, bis das richtige Medikament gefunden und die optimale Dosis eingestellt ist. Die üblichen Schmerzmittel sind bei Clusterkopfschmerz nicht gut wirksam. Auch alternative und naturheilkundliche Methoden, Entspannungsübungen und Ähnliches helfen bei Clusterkopfschmerz eher nicht.
Bei paroxysmaler Hemicranie sprechen die Patienten in aller Regel sehr gut auf Indometazin an.
Zur Behandlung von Migräne gibt es eine große Anzahl von Medikamenten von einfachen Schmerzmitteln bis hin zu sehr speziellen Präparaten, die bei starken Schmerzen noch helfen können. Aber auch vorbeugende Behandlungen können die Stärke und Dauer von Migräneanfällen reduzieren, so dass nach einiger Zeit insgesamt auch weniger Medikamente gegen einseitige Kopfschmerzen benötigt werden.
