Was ist Akupunktur und hilft sie bei der Behandlung von Migräne?
Akupunktur und Migräne sind zwei Begriffe, die man immer in Verbindung miteinander liest. Die Akupunktur kommt aus dem Bereich der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). In der TCM wird der Mensch immer in seiner Gesamtheit
gesehen, eine Aufteilung nach Fachrichtungen wie in der westlichen Medizin gibt es dort nicht.
Die chinesische Medizin will nicht nur die Krankheit heilen, sondern auch vorbeugend gegen schwere oder chronische Krankheiten wirksam sein. Wichtig dabei ist, dass Akupunktur gestörte Funktionen heilen kann, aber nicht etwas Zerstörtes reparieren. Der Name stammt aus dem Lateinischen und ist aus acus (Nadel) und punctio (Stich) zusammengesetzt, das bezeichnet auch, wie die Akupunktur durchgeführt wird:
Akupunktur-Meridiane, Akupunktur-Punkte und Migräne
Bei der Akupunktur werden an bestimmten Punkten auf den Akupunktur-Meridianen des Körpers dünne Akupunkturnadeln eingestochen und
verbleiben dort, während der Patient entspannt liegt. Die Wirkung der Akupunktur kommt unter Anderem durch Ausschüttung von schmerzlindernden und stimmungsaufhellenden Stoffen wie Serotonin, Endorphinen und Enkephalinen zustande.
Insgesamt werden rund 400 Punkte bei der Akupunktur benutzt, die auf den sogenannten Meridianen angeordnet sind. Ein einfaches Modell mit zwölf Hauptmeridianen ist heute gängige Praxis. Diese sind auf beiden Körperseiten spiegelbildlich angeordnet. Dies Modell wird von acht Zusatzmeridianen und verschiedenen Extrapunkten ergänzt. Nach der traditionellen Chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln Einfluss auf den Fluss des Chi, der Lebensenergie, genommen.


Der Wirkungsmechanismus von Akupunktur und Migräne
Dieser Wirkungsmechanismus konnte nicht nachgewiesen werden und widerspricht auch vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Funktion und den Aufbau des menschlichen Körpers. Auch andere Wirkmechanismen ließen sich nicht nachweisen, und deshalb macht die Wissenschaft den Placebo – Effekt für die Wirksamkeit verantwortlich.
Eingeordnet wird die Akupunktur bei den Umsteuerungs- und Regulierungstherapien.
Die Akupunktur-Punkte können auch anders angesprochen werden. Bei der Moxibustion werden die Punkte einfach erwärmt, bei der Akupressur massiert der Therapeut die Punkte mit den Fingerkuppen oder mit speziellen Werkzeugen. Man kann beide Behandlungsarten als nicht-invasive Formen der Akupunktur betrachten.
Wie wird die Migräne-Behandlung mit Akupunktur durchgeführt
Die Behandlung findet zweimal in der Woche statt und es sind im Schnitt 15
Behandlungen nötig, bis sich dauerhaft Besserung einstellt. Eine solche Akupunktur-Sitzung dauert im Normalfall eine knappe halbe Stunde. In der Zeit nach der ersten Serie von Behandlungen wird festgestellt, wie der Erfolg bisher war und ob weitere Behandlungen nötig sind. Drei Monate nach Abschluss der Behandlung ist eine Auffrischungsbehandlung sinnvoll, um den Erfolg langzeitig zu sichern.
Wie wirksam ist die Akupunktur bei Migräne?
Weil die Wirksamkeit der Akupunktur bisher nicht genügend belegt war, haben mehrere Krankenkassen eine große Studie durchgeführt, die
wissenschaftlich überprüfen sollte, ob mit Akupunktur die Schmerzen gelindert werden können.
Akupunktur verringerte die Anzahl der Migräne-Attacken um ca. 50 Prozent. Es zeigte sich aber auch, dass es dabei völlig egal war, ob die Nadeln genau nach der TCM oder einige Zentimeter davon entfernt gesetzt wurden. Das entspricht auch den Ergebnissen älterer Studien, bei denen die Schmerzlinderung besser war als mit den Methoden der Schulmedizin. Und auch hier zeigte sich, dass es ziemlich gleich war, wo man die Nadeln einstach.
Man fragt sich da natürlich, ob der Ort des Einstichs wirklich kaum eine Rolle spielt oder ob die Einstichzonen deutlich größer sind, als von der TCM angenommen.
Nebenwirkungen und unerwünschte Effekte der Akupunktur
Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen bzw. Folgen der Akupunktur sind:
- Übertragung von Krankeitserregern wie Hapatitis B und C oder HIV durch nicht sterile Nadeln.
- Hämatome an den Einstichstellen.
- Dauerhafte Verfärbung der Haut bei Verwendung von Silbernadeln.
- Entzündungen unabhängig vom Material der Nadeln beim „Dauernadeln“.
Allerdings ist zu betonen, daß es bei einer sachgemäßen Anwendung der Akupunktur in der Regel kaum Nebenwirkungen gibt.

