Migräne Ursachen
Entzündung der Gefäße durch Reizüberflutung
Die Migräne Ursachen sind vielfältig. Ein Drittel der erwachsenen Kopfschmerz-Patienten in Deutschland leidet unter Migräne. Im Gegensatz
zu den früheren Zeiten, als Migräne noch als eingebildete Krankheit gehandelt wurde, ist heute ganz klar erwiesen, dass die Migräne eine echte und primäre Schmerzkrankheit ist.
Die aktuellsten Thesen zu dieser Krankheit betrachten die Migräne als Reizüberflutung des Gehirns, die dann zu einer schmerzhaften Gefäßentzündung führt.
Nach dem Präsidenten der Europäischen Kopfschmerz-Föderation Prof. Gerber ist die Ursache für die wohl schlimmste Form von Kopfschmerzen auf eine Störung des gleichgewichtigen Zustandes im Hirnstamm zurückführbar.
Die dazu am häufigsten genannte pathogenetische Theorie dazu sagt, dass als Folge dieser Störung eine neurogene Entzündung der Dura genannten harten Hirnhaut der eigentliche Auslöser der Schmerzen ist. Dabei kommt es zur Freisetzung langsam leitender C-Fasern, die in der Lage sind, Neuropeptide zu speichern. Durch diese Freisetzung von C-Fasern wird eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der man von einer neurogenen aseptischen Entzündung spricht.
Der Migräne-Kopfschmerz: Pulsieren, Pochen, Stechen
Im Vordergrund der Symptome der Migräne stehen in aller Regel sehr starke Kopfschmerzen, die in Attacken kommen und als pochend, pulsierend, stechend und auch meist als einseitig beschrieben werden. Die Schmerzen manifestieren sich in der Regel im Bereich der Augenhöhlen (periorbital) oder an der Stirn und der Schläfe (frontotemporal) und sie
dauern von vier bis zu 72 Stunden.
Das passiert im Durchschnitt bei Menschen, die an Migräne leiden, mindestens zweimal pro Monat. Meist zeigen diese Schmerz-Attacken verschiedene vegetative Begleitsymptome wie zum Beispiel Übelkeit bis zum Erbrechen oder Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Bei einem bis zwei von zehn Betroffenen leitet die so genannte „Aura“ den beginnenden Migräneanfall ein. Mit dem Begriff Aura werden optische Phänomene wie Blitze, Auszackungen und Einschränkungen des Gesichtsfeldes, meist am Rand, zusammengefasst. Die Aura – Erscheinungen beginnen meist eine Stunde vor der eigentlichen Attacke mit ihren Kopfschmerzen und dauern nur rund zehn bis 30 Minuten.
Der Migräne-Generator im Gehirn
Es ist heute technisch möglich, während einer akuten Migräneattacke mit einem Positronen-Emissions-Tomographen (PET) einen besonders stark durchbluteten Bereich im Gehirn zu sehen, der als Migräne-Generator
bezeichnet wird. So kann man heute auch mit Bildern als Beleg beweisen, dass es sich bei Migräne keineswegs um eine eingebildete, sondern um eine echte Krankheit handelt.
Untersuchungen von Familien über mehrere Generationen hinweg haben ebenfalls gezeigt, dass die Migräne auch eine erbliche Krankheit ist. Bei einer ganz speziellen Form der Krankheit, nämlich der familiären hemiplegischen Migräne, konnte das Gen dazu auf Chromosom 19 identifiziert werden.
Letztendlich führen die Gleichgewichtsstörungen im Gehirn zu den Schmerzen der Migräne. Diese Störungen kommen daher, dass der Hirnstamm der Migräniker extrem sensitiv ist, weil sie eine Störung bei der Verarbeitung von Reizen haben.
Die Betroffenen können mit den optischen, akustischen und olfaktorischen Reizen nicht mehr angemessen umgehen, genauso wenig mit
hinzukommenden inneren Reizen wie Gedanken, Ängsten und anderen Gefühlen. Sie stimulieren ihr Gehirn seit ihrer Kindheit mit solchen Reizen und überfluten es dabei total.
Dies erzeugt Reizüberflutung in einem Maße, das sie völlig überfordert. Nun wird der jetzt mit den PET-Bildern sichtbar gemachte Migräne-Generator im Stammhirn aktiviert und der Migräneanfall ausgelöst.
