Migräne Risikofaktoren
Risikofaktoren und begünstigende Faktoren im Allgemeinen
Migräne Risikofaktoren sind vielfältig. Wenn jemand an Migräne leidet, dann kann er auch ein vom Durchschnitt abweichendes Risiko für verschiedene andere Krankheiten haben. Das muss dabei nicht zwangsweise höher sein, es gibt
auch Beispiele, bei denen der Risikofaktor von an Migräne Erkrankten geringer ist als beim Durchschnitt der Menschen.
Besonders bekannt wurde das deutlich erhöhte Risiko von Schlaganfällen für Frauen, die an Migräne leiden und dabei auch neurologische Ausfallerscheinungen, also die sogenannte Migräneaura zeigen. Das Risiko in diesen Fällen war um 91 Prozent erhöht. Eine entsprechende Studie bei Männern ergab nur eine Erhöhung des durchschnittlichen Risikos auf Schlaganfälle um zwölf Prozent.
Das Risiko von Schlaganfällen
Um das Risiko von Schlaganfällen abzuklären, wurde kürzlich im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO in Form einer Fall-Kontrollstudie untersucht, welchen Einfluss Migräne-Attacken auf unter 45jährige Frauen
hatten, die schon einen Schlaganfall erlitten haben. Das ist normalerweise bei Frauen unter 45 Jahren relativ selten der Fall.
Dazu wurden die Krankheitsgeschichten von 86 Frauen aus fünf verschiedenen europäischen Ländern zwischen 20 und 44 Jahren ausgewertet. Das Risikoprofil dieser an Migräne erkrankten Frauen wurde dann mit dem Profil von 240 gesunden Frauen verglichen.
Diese Studie ergab, dass immer dann ein Einfluss der Migräne auf das Risiko eines Schlaganfalls nachweisbar war, wenn es sich um Migräne mit Aura, also neurologischen Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen handelte, wenn mehr als zwölf Migräneattacken pro Jahr vorkamen und wenn die Frauen schon seit mehr als zwölf Jahre an Migräne litten.
Weitere Migräne Risikofaktoren
Von 100.000 gesunden Frauen zwischen 20 und 45 Jahren bekommen pro Jahr fünf einen Schlaganfall. Kommt der Risikofaktor Migräne hinzu, sind es
schon 15 Frauen, die einen Schlaganfall bekommen. Das sind in absoluten Zahlen nicht besonders viele, aber relativ gesehen sind es einige mal so viele.
Ein von Migräne betroffener hat ein relativ ungünstiges Cholesterin-Profil und neigt damit zu einem höheren Blutdruck und zu einem früheren Eintritt koronarer Herzkrankheiten oder eines Schlaganfalls. Deshalb sollten auch bei Migräne-Patienten die kardiovaskulären Risikofaktoren getestet und, wenn es nötig ist, korrigiert werden.
Geringeres Risiko für Brustkrebs
Es gibt aber auch durchaus andere Beispiele für geringere Risikofaktoren bei Migräne-Patienten. Schon eine ältere Studie bescheinigte
den an Migräne leidenden Frauen ein deutlich verringertes Risiko für Brustkrebs. Das konnte aber in den früheren Studien nur bei Frauen nach der Menopause belegt werden.
Jetzt zeigen neu erstellte Studien, dass es diese Reduzierung des Risikos auf Brustkrebs von immerhin 26 Prozent auch bei jüngeren Frauen ab dem Alter von 34 Jahren gibt. Eine Erklärung für diesen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler allerdings noch nicht liefern, aber es wird vermutet, dass weibliche Geschlechtshormone, insbesondere das Östrogen, eine wichtige Rolle dabei spielen, denn sie sind an der Entstehung beider Krankheiten beteiligt.
Migräne Risikofaktoren – Ein Fazit
Die Spezialisten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfehlen Migräne-Patientinnen, die sonstigen Risikofaktoren für Schlaganfälle möglichst gut unter Kontrolle zu halten und sich insbesondere das Rauchen abzugewöhnen.
